Ruby Cup – nachhaltige Alternative zu Tampons & Co

Social Startups können versuchen der gesamte Gesellschaft zu helfen oder sie konzentrieren sich auf einen bestimmte Zielgruppe innerhalb der Gesellschaft. Ruby Cup hat sich dazu entschieden, Frauen vor allem in Entwicklungsländern wie Afrika und Asien sowie der Umwelt zu helfen.

Wir sprachen mit CEO Julie Weigaard Kjær, was genau hinter Ruby Cup steckt.

Kannst Du dich, für die Menschen, die Dich noch nicht kennen, vorstellen?

CEO und Mitgründerin Julie Weigaard Kjaer © Ruby Cup

CEO und Mitgründerin Julie Weigaard Kjaer © Ruby Cup

Erstmal das Grundsätzliche: Ich bin Julie Weigaard Kjær, Dänin und in Kopenhagen geboren und aufgewachsen. Ich bin Mitgründerin und CEO von Ruby Life ltd., dem Unternehmen hinter Ruby Cup. Studiert habe ich an der Copenhagen Business School, wo ich einen Bachelor in BWL, Sprach- und Kulturwissenschaft gemacht habe. Außerdem habe ich Supply Chain Management, nachhaltige Geschäftsstrategien und soziales Unternehmertum studiert. An der Uni habe ich auch Maxie Matthiessen und Veronica D’Souza getroffen, mit denen ich schließlich die Firma gegründet habe. Ich war schon immer ein Globetrotter, habe in Südamerika und Europa studiert und gearbeitet und natürlich in Kenia, als Teil des Ruby-Cup-Abenteuers. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was genau ist bzw. macht Ruby Cup?

Ruby Cup ist eine Menstruationstasse. Sie ist eine Alternative zu Tampons oder Binden, die man jeden Monat kaufen muss. Ruby Cup besteht aus medizinischem Silikon und somit aus gesünderem Material als Binden, Tampons und Co. Ruby Cup ist wiederverwendbar – die Tasse hält 10 Jahre, so erspart man der Umwelt Tonnen von Müll und schont gleichzeitig sein Portemonnaie. Er hat eine größere Kapazität als z. B. ein Tampon, so dass man ohne Unterbrechungen seinem normalen Leben nachgehen kann. Hinzu kommt, und das ist eigentlich der Clou an unserem Business-Modell: Wer einen Ruby Cup kauft, spendet einen zweiten an ein bedürftiges Mädchen in einem Entwicklungsland. Damit kann sie sicher und angenehm mit ihrer Periode umgehen und jeden Tag zur Schule gehen.

Was war eure Motivation zu gründen?

Meine Mitgründerin, Maxie, hat damals schon eine Menstruationstasse genutzt und mir davon erzählt. Das war ein Aha-Erlebnis. Ich hatte nicht gewusst, dass so etwas existiert und bis dahin immer Tampons benutzt – niemals hatte ich auch nur in Betracht gezogen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt. Die Menstruationstasse hat meinen Umgang mit der Periode total verändert. Auf einmal habe ich mich viel besser und gesünder gefühlt. Damals, wir waren an der Uni, beschäftigten wir uns gerade mit nachhaltigen Businessstrategien und wie man mit Unternehmen sozialem Wandel bewirkt. Die Menstruationstasse hat uns zur Menstruationsforschung geführt und uns wurde klar, wie wenig wir über die Probleme wussten, welche die Menstruation für Mädchen und Frauen in einkommensschwachen Ländern weltweit darstellt.

Millionen haben keinen Zugang zu Menstruationsprodukten und können sich einfach keine Binden oder Tampons leisten. Wir haben auch festgestellt, dass Menstruation in diesen Gegenden ein Tabuthema ist und Mädchen oft ihre erste Periode bekommen und keine Ahnung davon haben, was gerade mit ihnen passiert. Stellen Sie sich die Angst und das Schamgefühl vor, die durch die Blutflecken auf der Kleidung ausgelöst werden. Viele Mädchen versuchen das, so gut wie es geht, zu verstecken und gehen nicht zur Schule. Häufig führt das sogar zum kompletten Schulabbruch.

Das ist eine große Hürde für die Gleichstellung. Nur weil sie ihre Periode haben, können sich Mädchen weniger bilden als Jungs. Die Idee zu Ruby Cup lag für uns auf der Hand! Er ist gesund, wiederverwendbar und gibt Mädchen ein Stück Selbstbestimmung zurück.

Was hat dich bisher am meisten beeindruckt im Bezug auf eure Gründung?

Ganz klar, die Frauen und Mädchen, die ich durch unsere Arbeit in Kenia getroffen habe. Sie stehen vor so vielen Herausforderungen und Hindernissen in ihrem täglichen Leben. Sie versuchen über die Runden zu kommen und haben meistens keinerlei soziale Absicherung. Und sie sind große Kämpferinnen – sie kämpfen für ihre Rechte, kämpfen für bessere Chancen für Mädchen und vieles andere. Es ist uns wichtig zu zeigen, dass diese Mädchen enormes Potenzial haben, sie brauchen nur ein bisschen Hilfe, um dieses zu nutzen.

Mädchen erklärt wie man Ruby Cup benutzt © Ruby Cup

Mädchen erklärt wie man Ruby Cup benutzt © Ruby Cup

Wie geht’s weiter mit Ruby Cup?

Wir träumen von dem Tag, an dem Menstruationstassen Mainstream sind, so dass wir Teil einer Revolution der Menstruations-Industrie sind! Außerdem konzentrieren wir uns auf die ständige Verbesserung unserer Arbeit in den Entwicklungsländern: Wie können die Ruby Cup-Angebote noch besser werden? Wie messen wir die Auswirkungen unseres Engagements, bekommen bessere Daten? Das Thema Menstruation beeinflusst den Erfolg einiger Entwicklungsziele. Also ist es entscheidend, dass wir die Auswirkungen unserer Arbeit messbar und zum Teil der globalen Agenda machen. So können wir dann hoffentlich in der Zukunft Millionen von Mädchen helfen.

Was ist dein ultimativer Tipp für diejenigen, die selber übers Gründen nachdenken?

Wichtig ist: kein Perfektionist sein, wenn man gründet. Das bringt einen nicht voran. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, pragmatischer zu sein. Macht einen Plan, aber keinen zu detaillierten Plan – macht es einfach, probiert aus und schaut, ob es funktioniert oder nicht. Außerdem sollte Eure Idee mit Menschen unterschiedlicher Backgrounds durchgespielt werden. Wir neigen dazu, uns an Gleichgesinnte zu wenden – das ist normales menschliches Verhalten. Richtet Euer Augenmerk darauf, vielfältigen Input zu haben. Es ist nicht immer schön, die harten Fakten oder kritischen Fragen zu hören, wenn man von einer Sache begeistert ist, aber man sollte versuchen, trotzdem zuzuhören und sinnvolle Ideen zu übernehmen. Am Ende ist es eine Frage der Balance – hört Euch Kritik an, aber lasst Euch nicht den Wind aus den Segeln nehmen und riskiert ruhig etwas, ansonsten kommt man nie über den Startpunkt hinaus.

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